Aussortieren, strukturieren!

Es ist schon einige Zeit vergangen seit meinem letzten Blogeintrag.

Ist das überhaupt jemandem aufgefallen?

Möglich, dass ich einfach narzistisch genug bin anzunehmen, dass jemand auf meine Texte wartet. Dass ich einfach gerne schreibe und natürlich auch gelesen werden möchte, ziehe ich als Erklärung vor.

Doch was ist nun? Habe ich nichts mehr zu sagen?

Warum die Pause?

Das hat mit mehreren Faktoren zu tun. Einer davon hat mit meinen körperlichen Herausforderungen zu tun. Knieoperation, Schulterzerrung, Schmerzmedikamente – Verlangsamung. Die Medis machen mich vielleicht manchmal ein wenig duselig. Meine Bewegungen sind auch nicht optimal koordiniert, ebenso wenig meine Gedanken. Alles hängt mit allem zusammen. Mein Leben im Allgemeinen ist verlangsamt und mental geht’s mir gut!

Der Langsamkeit ist in unserer hektischen Zeit ja eigentlich durchaus etwas Gutes abzugewinnen.

Aber es geht auch um meine persönliche Aufmerksamkeitsspanne oder besser um meinen Geist, der überfordert ist. Er kann sich oft nicht entscheiden, worauf er fokussieren soll, springt vom Einen zum Anderen und baumelt schlussendlich hilflos in der Leere ohne zu wissen, was er überhaupt wollte.  Es ist unglaublich anspruchsvoll diesen unendlichen Kosmos von Eindrücken, die auf und in ihn dringen und die ebenso vielfältigen Ideen, die in schneller Abfolge gebildet werden Sinn bringend und produktiv zu organisieren. Das Resultat ist leider zu oft dies, dass ich vor lauter spannenden Einfällen, Möglichkeiten und Vorhaben vorzeitig ermüde, noch bevor ich etwas umsetzen konnte. So Vieles wartet darauf, in die richtigen Bahnen gelenkt oder einfach nur geschrieben zu werden.

Das kann doch nicht so schwer sein!

Ist das irgendwie einigermassen verständlich?

Kurz: Es wird mir oft zu viel. Oder: Es gibt da zu viel, das in mir ankommt, abläuft, entsteht.

Es sind mir also keineswegs die Themen ausgegangen. Ideen habe ich mehr als genug.

Aber sie haben sich verknotet, teilweise falsch verbunden, gehen im Gerangel unter und werden teilweise auch noch durch die Sommerhitze eingekocht und ausgedörrt. Das Resultat: Im entscheidenden Moment frage ich mich, wo ich beginnen soll, weiss eventuell gar nichts mehr oder sehe einen unüberwindbaren Berg vor mir. Tags darauf ist es womöglich kühler, der Berg vielleicht verschwunden und alles geht leicht – vielleicht.

Diese Empfänglichkeit ist Fluch und Segen. Zart sind die Saiten die wie feine Antennen viele und hoch differenzierte Nachrichten und Töne empfangen können. Verloren ist, wer nicht lernt, damit umzugehen.

Aussortieren, ordnen!

Ich bin kein Ordnungsfanatiker, liebe Spontaneität und handle oft nach dem Lustprinzip. Natürlich habe ich auch eine ordnende und vernünftige Seite und darum schaffe ich es dann auch wieder, mich am Riemen zu reissen und zu beschränken. Das ist gerade jetzt der Fall, auch wenn mir als einzige klare Idee geblieben ist, mal über dieses Problem der Verzettelung zu schreiben.

Eine Zeit lang dachte ich, ich sollte mich mal auf ADS abklären lassen. Dann habe ich so einen Test für Zartbesaitete gemacht. Positiv!

Doch was nützt es viel Zeit mit solchen Abklärungen zu verschwenden?

Annehmen wie es ist!

Verstehen, annehmen und dann weitermachen. Ein wenig strukturieren kann nicht schaden! 

Morgen wird es wieder klarer sein in meinem Kopf!

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