Lohnt es sich?

Wieviele Gedanken sind es wert von anderen vernommen zu werden? Was muss ausgesprochen, was muss gelesen werden? Wie viel wird geredet und geschrieben, worüber man auch hätte schweigen können?

Woher kommt des Menschen Mitteilungsbedürfnis? Und woher die Gabe einiger andere mit ihren Worten zu erreichen, ja zu berühren?

Soll man sagen und schreiben, was nur wenige bewegt? Belästigt man damit nicht andere oder verschwendet damit gar deren und die eigene Zeit?

Wie viele machen sich überhaupt solche Gedanken? Heute, in dieser medialen Zeit, wo alles oder beinahe alles zu einer öffentlichen Angelegenheit werden kann. Öffentlich heisst ja noch nicht einmal, dass es wirklich alle interessiert.

Schlussendlich läuft immer der Wettbewerb. Aufmerksamkeit wird geschenkt durch den erhobenen Daumen. Daran wird der Erfolg gemessen. Ist das, was man sagt gut, interessant, lustig, traurig oder berührend genug, so kriegt man die erwünschten Klicks und damit Anerkennung als viel gelesene Autorin. So sind die Regeln. Auch wer nach den Regeln spielt, kann immer noch Pech oder eben Glück haben.

Das Leben bleibt unberechenbar – nichts ist für sicher.

Also bleibt man besser sein eigener Gradmesser oder redet und schreibt sich von der Leber weg, was bewegt. Vielleicht interessiert es jemanden, vielleicht nicht. Vielleicht drücken all die vielen Freunde auf facebook „gefällt mir“ oder eben auch nicht. Möglich, dass ihnen gefällt, was sie lesen und trotzdem mögen sie nicht so schnell den Daumen hoch halten. 

Möglich, dass ein guter Text beim Verlag vom richtigen Lektor gelesen wird, von einem, der begeistert ist oder auch nur einen guten Tag hat. Möglich, dass das Manuskript zuunterst liegt und am Ende eines harten Tages im Verlag keinen aufmerksamen Leser mehr findet, auch das ist plausibel. Möglich, der Text ist nicht gut genug oder passt nicht ins Programm.

Also, was ist zu tun? Aufgeben, schweigen?

Ja und nein. Aufhören auf Erfolg zu hoffen. Aufhören sich zu fragen, wen man erreicht oder wie man viele berührt. Autoren sind keine Werbetexter! 

Weitermachen, wenn es ein wirkliches Bedürfnis ist. Schreiben, schreiben, schreiben………. , denn es reinigt, es heilt, es macht Gedanken verständlich und ja, manchmal …….. erreicht es sogar ein paar Leser und berührt sie, weil sie sich in den Worten und Gedanken wiedererkennen. Das reicht. Das muss reichen……

…… auch weil es sich mit einer operierten Schulter nicht weit schreiben lässt! 🙂

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