Worte sind machtvoll

Worte sind machtvoll.

Wie schnell und oft unbedacht wird etwas geschrieben oder gesagt. Die Folgen davon werden im Nachhinein oft mit Staunen und Unverständnis beantwortet. 

Menschen werden mit Worten bewertet und abgestempelt, traumatisiert und stigmatisiert. Worte können gewalttätig sein, genauso wie sie Gutes tun. 

Die Presse kann damit Meinungen bilden und zementieren.

Letzthin habe ich doch tatsächlich wieder etwas über eine junge Frau gelesen, die am Down Syndrom leidet und um diese Ungeheuerlichkeit noch zu verstärken, wurde von einer Krankheit gesprochen. Was alles hinter dieser stigmatisierenden Aussage steckt, muss ich hier nicht näher erläutern. Nur soviel: Das Down Syndrom ist keine Krankheit. Diese speziellen Menschen haben ein Chromosom mehr. Das macht sie in unserer Gesellschaft zu Behinderten – weil wir das so sehen wollen. Sie haben aber auch viele herausragende Eigenschaften, die sehr bereichernd sind und um die viele sich ein Leben lang vergebens bemühen. Menschen mit einer Trisomie 21 sind gesund und speziell. Sie leiden nur am Down Syndrom, wenn wir sie nicht in unserer Mitte willkommen heissen und sie als wertvoll und liebenswert erachten.

Um die Eigenart eines jeden Menschen zu akzeptieren, braucht es Offenheit. Vielleicht muss man sich von Ängsten befreien um eine gemeinsame Sprache zu finden.

Menschen, Familien, ganze Länder sind zerstritten, weil man sich untereinander nicht versteht – weil man nicht dieselbe Sprache spricht, selbst wenn man sich im selben Sprachraum bewegt. Sprache ist ein Codex, der je nach der Zusammensetzung seiner Zeichen und der Wahrnehmung des Senders und Empfängers eine andere Bedeutung haben kann. Manchmal ist das Unausgesprochene hinter einer Nachricht wichtiger als das Gesagte, Gefühle, die sich verbergen wollen und die in ihrer Ummantelung genau das bewirken, was verhindert werden wollte. Kommunikation ist eine anspruchsvolle Sache.

Leider können wir oft nicht mit dem Herzen hören, sondern halten uns an Worten fest, die uns so doch keine Sicherheit gewähren.

Und vielleicht ist manchmal Schweigen Gold.

Trotzdem sollten wir uns nicht fürchten voreinander, sondern uns gegenseitig darum bemühen einander zu verstehen und manchmal genau hinzuhören oder nochmals nachzufragen, was hinter einer Aussage steht, bevor wir uns wütend verschliessen. und abwenden. Auf dem kalten Boden der Wut und Abgrenzung ist ein Miteinander schwierig bis unmöglich.

Ein warmes Miteinander braucht offene Herzen. Sie finden immer den richtigen Codex.

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