Die Blüte des Lebens

Herzenblühen – Wenn wir an die Blüte des Lebens denken, nehmen wir an, dass sie in den jungen Jahren liegt, allenfalls in der Mitte unseres Leben. Wir besinnen uns auf die Blüte des Lebens oft auch im Zusammenhang mit bedauerlichen Ereignissen, zum Beispiel wenn jemand genau dann einen Schicksalsschlag erleidet, eine böse Krankheit zuschlägt oder jemand gar aus dem Leben gerissen wird. Letzteres ist meiner Meinung nach wirklich schade, denn ich glaube, dass die Blüte, dann, wenn wir landläufig meinen, noch gar nicht stattfinden kann. Wir sind in jungen Jahren meistens noch nicht reif genug, unser Leben zur Blüte zu bringen. Vielleicht erreichen Menschen, die sich in jungem Alter mit ihrem nahen Tod auseinandersetzen müssen eine frühzeitige Reife und Blüte. Ich hoffe, das möge ihnen beschieden sein. Im Allgemeinen aber, sind wir sehr lange damit beschäftigt unser Leben – wie man so schön sagt – auf die Reihe zu kriegen. Unsere Pflanze wächst mit jeder Stunde, jedem Tag, mit jedem Monat und Jahr. Vielleicht gelingt es uns ihr einige kleinere Blumen abzuringen. Doch erst in reiferen Jahren wird sie das nötige Wissen, die Geduld und die Liebe besitzen ihre ganze Grünkraft in den Austrieb ihrer Blüten zu treiben. Das wundervollste Blühen gelingt im Bewusstsein um die Schönheit der Blumen unserer Mitmenschen und unser aller Einzigartigkeit. Unser Blick kann sich nach jahrzehntelangem Schauen endlich öffnen für die wahre Schönheit der Welt und so sehen wir uns auch selber in einem anderen Licht, wie auch unser Bemühen um…… ja worum? Schön zu sein, gut zu sein, erfolgreich zu sein? 

Ist dies alles von Belang?

Langsam erschliesst sich mir eine neue Sichtweise – ich werde in Kürze 53. Wir streben so oft nach Status, nach Besitz, nach Eigenschaften und Positionen, die wir gerne hätten, ohne uns klar zu sein, dass all diese Wünsche nicht aus unserem innersten Kern gewachsen sind. Sie treiben vielleicht Blüten, doch welken ebenso schnell wieder. Sie verströmen nicht diesen Duft, der uns betört und mit dieser innigen Freude erfüllt, sie geben uns keine Liebe.

Was ist es dann, das uns zur Blüte bringt? Ich bin immer noch daran, es herauszufinden. DAS, was für mich wichtig ist, ist vielleicht nur für mich von Belang. Doch es ist die Nahrung, die ich brauche um meine schönsten Blumen zu zeigen. Ich weiss schon, dass es eher in der Stille zu finden ist, eher in meiner Nähe, eher im Kleinen, eher im Innen. Es ist mein Garten. Welche Blumen darin wachsen werden, weiss ich noch nicht genau. Sie brauchen Zeit um zu wachsen und zu reifen.

Jeder von uns sucht danach an einem anderen Ort, und doch werden wir uns schlussendlich im selben Garten wiederfinden – und werden zusammen die Blumen der Liebe, der Freundschaft und der Verbundenheit mit uns selber, unseren Mitmenschen, der Natur – unserer Welt bewundern.

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