Unangenehme Gefühle zu Verbündeten machen….

Wir sollten unangenehme Gefühle wie Freunde behandeln….

Das habe ich letzthin gelesen im Zeit Wissen Nr. 05. Im ersten Teil einer dreiteiligen Serie um das Geheimnis der inneren Stärke geht es darum wie man Gefühle zu Verbündeten macht.

Nein, das sind sie keineswegs, auch wenn man das spontan glauben möchte. Sie sind es eben nur dann – möchte ich anmerken – wenn wir auf sie hören und bin damit auch schon in eine Falle getappt. Denn, wie oft flüstern diese Gefühle uns zu, dass wir minderwertig sind, keine Kraft haben, nicht genug erfolgreich sind, ängstlich, traurig – die Liste ist lang. Sie schwelen da in unserem Bauch, dampfen langsam in unsere Kopfgefilde und diffundieren ins Gehirn um uns von da aus zu steuern – um sich selbst zu erhalten und zu bestätigen. Oder war das umgekehrt? Vom Kopf in den Bauch? Wer weiss es genau. Jedenfalls sind alte Muster nachhaltig am Prozess beteiligt. Das Unterbewusstsein, die treibende Kraft ist in freier Wildbahn eine miese, fiese Kreatur. 

Doch wir können dieses Tier zähmen und umerziehen. Unser Gehirn kann das – mit viel Geduld, Mut und üben, üben, üben…… Wir ersetzen dann quasi die mal gelernten Schemata mit neuen, die wir ausprobieren und einstudieren, sobald wir eine überzeugende Erfahrung damit machen. Eigentlich ersetzen wir die alten Miesmacher eben nicht, denn sie sind weiterhin da, aber wir stellen ihnen neue freundlichere Gegenüber und je mehr wir diese hegen und nähren, desto stärker werden sie und lassen uns die anderen vergessen, die immer noch da, aber machtlos geworden sind.

Wir wissen, das Leben ist kein Ponyhof, Leid gehört dazu und Glück ist etwas für Momente. Buddha hat gelehrt: Leben bedeutet Leid; die Vermeidung des Leids führt zu schlimmerem Leid.

Man hat herausgefunden, dass Menschen, die in ihrem Leben auch ein gewisses Mass an Unschönem erlebt haben, belastbarer sind. Sie wissen quasi wie es geht, wie man Schweres oder Unangenehmes aushalten kann. Man nennt diese Fähigkeit Resilienz. Darum geht es nämlich. Kann ich schwierige Zeiten aushalten und damit erfahren, dass ich überlebe, stehen mir diese Erfahrungen, die ich dabei mache künftig zur Verfügung – ich bin resilient. Laut einer Studie geht es Menschen, die schon ein paar Krisen erlebt haben (nicht zu viele!) besser als solchen, die vollständig verschont geblieben sind. Sie sind weniger gestresst, insgesamt zufriedener und werden von aktuellen Problemen nicht so mitgenommen.

Ganz wichtig dabei ist die Akzeptanz. Nicht nur die Akzeptanz sich selbst und anderen Menschen gegenüber – die auch – aber auch die Akzeptanz des Leidens, welcher Gestalt auch immer. Nur, wenn ich die Einsicht habe, dass es so ist, dass ich so bin – jetzt – dann bahne ich den Weg der Möglichkeiten, den Weg etwas daran zu ändern. Missachte und verdränge ich die momentane Wahrheit fault sie im Stillen, gärt und schwelt und wächst womöglich im Verborgenen – was eben schon Buddha wusste (siehe oben).

Das tönt alles einleuchtend und einfach. Doch dafür braucht es Zeit und Geduld mit sich selber. Man muss sich Inseln schaffen um neue Perspektiven einzunehmen und….. üben, üben, üben…..

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